Bürgermeister der Gemeinde Mittelbiberach

Gemeinsam weiter für Mittelbiberach und Reute

In den vergangenen acht Jahren haben wir in Mittelbiberach und Reute viel erreicht. Gleichzeitig ist eine Gemeinde niemals „fertig“. Neue Herausforderungen entstehen, bestehende Infrastruktur muss erhalten werden und manche Projekte benötigen viele Jahre von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Für die kommenden Jahre möchte ich deshalb nicht alles neu erfinden. Mein Ziel ist es, Bewährtes fortzuführen, begonnene Projekte erfolgreich abzuschließen und dort neue Schwerpunkte zu setzen, wo sich die Anforderungen an unsere Gemeinde verändern. Dabei möchte ich auch weiterhin darauf achten, was für eine Gemeinde unserer Größe tatsächlich machbar und finanzierbar ist.

Meine Ziele 2026 bis 2034

Was ich mir für die kommenden acht Jahre vornehme

Die folgenden Schwerpunkte zeigen, woran ich in meiner zweiten Amtszeit arbeiten möchte: begonnene Projekte abschließen, unsere Infrastruktur erhalten und gezielt Neues anstoßen, wo es unserer Gemeinde weiterhilft.

Kinder und Familien: weiter in gute Betreuung investieren

Mit dem neuen Ulrika-Nisch-Kinderhaus und der Erweiterung des Kindergartens Reute haben wir in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in die Kinderbetreuung getätigt. Diesen Weg möchte ich fortsetzen.

Ein wichtiges nächstes Projekt ist die Sanierung des Kindergartens Zeppelin. Rund 1,4 Millionen Euro sind hierfür vorgesehen. Durch die bereits erreichten Förderungen kann ein großer Teil der Kosten refinanziert werden.

Darüber hinaus müssen wir unsere Betreuungsangebote laufend an den tatsächlichen Bedarf der Familien anpassen. Dazu gehören ausreichende Betreuungsplätze ebenso wie verlässliche Öffnungszeiten und die weitere Entwicklung der Ganztagesbetreuung. Mein Ziel bleibt: Mittelbiberach und Reute sollen attraktive Orte für Familien sein.

Unsere Grundschule zukunftsfähig machen

Nach den großen Investitionen in unsere Kindergärten wird in den kommenden Jahren auch unsere Grundschule stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1983. Hier müssen wir prüfen, welche energetischen und baulichen Maßnahmen langfristig notwendig und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Auch der zunehmende Hitzeschutz in den Sommermonaten und die Anforderungen an eine zeitgemäße Lernumgebung spielen dabei eine Rolle. Gleichzeitig müssen wir die weitere Entwicklung der Ganztagesbetreuung im Blick behalten. Unser Ziel muss sein, auch langfristig gute Bedingungen für Lernen und Betreuung direkt vor Ort anzubieten.

Feuerwehrhäuser für die Zukunft

Eine leistungsfähige Feuerwehr braucht nicht nur engagierte Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sowie eine gute technische Ausstattung, sondern auch geeignete Gebäude. Deshalb wird die Zukunft unserer Feuerwehrhäuser eines der großen Projekte der kommenden Amtszeit sein.

Gemeinsam mit Feuerwehr, Gemeinderat und Fachplanern möchte ich klären und anschließend umsetzen, welche Lösung für unsere beiden Abteilungen langfristig die richtige ist. Dabei müssen Einsatzfähigkeit, Platzbedarf, moderne Anforderungen an Feuerwehrgebäude und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde zusammengebracht werden. Für mich steht fest: Wer sich ehrenamtlich für die Sicherheit unserer Bevölkerung einsetzt, braucht dafür vernünftige Rahmenbedingungen.

Gemeindehalle Reute sanieren

Nach der umfassenden Sanierung der Turn- und Festhalle in Mittelbiberach soll in den kommenden Jahren auch die Gemeindehalle Reute in den Fokus rücken. Sie ist ein wichtiger Treffpunkt für Vereine, Veranstaltungen, Sport und das gesellschaftliche Leben im Ortsteil.

Das Gebäude soll deshalb schrittweise für die Zukunft ertüchtigt und modernisiert werden. Dabei möchte ich auch hier Fördermöglichkeiten konsequent prüfen, damit notwendige Investitionen möglichst wirtschaftlich umgesetzt werden können.

Reute weiterentwickeln

Die Entwicklung unseres Ortsteils Reute bleibt ein wichtiger Schwerpunkt. Mit der Erweiterung des Kindergartens und der Aufnahme der Ortsmitte in die Städtebauförderung wurden bereits wichtige Grundlagen geschaffen.

In der kommenden Amtszeit soll die Entwicklung der Ortsmitte Reute weiter umgesetzt werden. Dafür stehen uns erhebliche Fördermittel zur Verfügung. Mein Ziel ist eine attraktive Ortsmitte, die Aufenthaltsqualität schafft und gleichzeitig die Identität des Ortsteils bewahrt. Mittelbiberach und Reute haben unterschiedliche Strukturen und Bedürfnisse, beide Ortsteile sollen sich entsprechend ihrer jeweiligen Stärken weiterentwickeln.

Wohnen ermöglichen: Flächen verantwortungsvoll nutzen

Wohnraum bleibt auch in den kommenden Jahren eine zentrale Herausforderung. Mit Schubertweg-Ost haben wir neue Bauplätze geschaffen. Gleichzeitig haben wir gezeigt, dass Entwicklung nicht ausschließlich durch neue Baugebiete stattfinden muss.

Diesen Ansatz möchte ich fortsetzen: Innenentwicklung und Nachverdichtung, wo sie sinnvoll sind, und neue Flächen dort, wo sie notwendig und vertretbar sind. Dabei geht es um unterschiedliche Wohnformen. Familien benötigen Bauplätze und größere Wohnungen, junge Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum und eine älter werdende Bevölkerung braucht zunehmend kleinere und barrierearme Wohnungen. Eine gute Gemeindeentwicklung muss diese unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen.

Straßen, Brücken und Infrastruktur erhalten

Neue Gebäude sind sichtbar. Mindestens genauso wichtig ist aber der Erhalt dessen, was bereits vorhanden ist. Straßen, Brücken, Wasserleitungen, Kanalisation, Wege und kommunale Gebäude verursachen dauerhaft erhebliche Investitionen.

Deshalb möchte ich die vorhandene Infrastruktur systematisch und vorausschauend erhalten, statt notwendige Sanierungen immer weiter aufzuschieben. Dazu gehört auch, Maßnahmen sinnvoll miteinander zu verbinden: Wenn eine Straße ohnehin geöffnet werden muss, sollten Wasser, Abwasser, Breitband und andere Leitungen möglichst gemeinsam betrachtet werden. So können wir langfristig Kosten reduzieren und unnötige Mehrfachbaustellen vermeiden.

Starkregenschutz weiter umsetzen

In meiner ersten Amtszeit haben wir das kommunale Starkregenrisikomanagementkonzept beauftragt und entwickelt. Damit kennen wir Gefahrenbereiche und mögliche Fließwege heute wesentlich besser.

In der kommenden Amtszeit geht es darum, aus diesen Erkenntnissen weitere konkrete Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen. Dabei werden technische Maßnahmen allein nicht ausreichen: Kommunale Vorsorge, Einsatzplanung, Gewässerunterhaltung, Bauleitplanung und der Schutz privater Gebäude müssen ineinandergreifen. Insbesondere die Erfahrungen aus den Starkregenereignissen in Reute werden wir dabei berücksichtigen.

Natur und Landschaft weiterentwickeln

Mit der fertiggestellten Biotopverbundplanung und dem Gewässerentwicklungsplan haben wir wichtige fachliche Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es darum, daraus sinnvolle und umsetzbare Maßnahmen entstehen zu lassen.

Ein wichtiger Baustein ist die bereits begonnene Flurneuordnung Moosweiher. Sie bietet die Möglichkeit, Interessen von Landwirtschaft, Gewässerentwicklung, Naturschutz und Landschaftspflege miteinander zu verbinden. Dabei ist mir wichtig, Ökologie und Landwirtschaft nicht gegeneinander auszuspielen. Lösungen funktionieren langfristig vor allem dann, wenn sie gemeinsam mit Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern entwickelt werden.

Energie sparen und Kosten dauerhaft senken

Mit unseren Photovoltaikanlagen haben wir erste wichtige Schritte gemacht. In den kommenden Jahren möchte ich stärker darauf schauen, wo Investitionen in Energieeffizienz dauerhaft Kosten für die Gemeinde reduzieren können.

Deshalb möchte ich ein kommunales Energiemanagement aufbauen: Die Energieverbräuche unserer Gebäude sollen systematisch erfasst und ausgewertet werden, das hilft dem Klimaschutz und dem Gemeindehaushalt gleichermaßen. Das Energiemanagement soll uns dafür belastbare Daten liefern. Auf dieser Grundlage können wir entscheiden, bei welchen Gebäuden beispielsweise energetische Sanierungen, technische Optimierungen oder weitere erneuerbare Energien sinnvoll sind. Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln müssen dabei kein Gegensatz sein, besonders sinnvoll sind Maßnahmen, die beides miteinander verbinden.

Medizinische Versorgung langfristig sichern

Mit dem Erwerb der Räumlichkeiten unserer bestehenden Hausarztpraxis haben wir zunächst gute Voraussetzungen geschaffen, den heutigen Standort zu erhalten. Diesen Weg möchte ich weiterverfolgen.

Gleichzeitig halten wir ein Grundstück für ein mögliches späteres Ärztehaus vor. Einen Neubau nur um des Bauens willen halte ich derzeit nicht für notwendig. Sollten sich die Anforderungen an die medizinische Versorgung verändern, soll die Gemeinde aber vorbereitet und handlungsfähig sein.

Vereine und Ehrenamt stärken

Ohne Ehrenamt wäre vieles von dem, was unsere Gemeinde lebenswert macht, nicht möglich. Feuerwehr, Sport, Musik, Kultur, Kirchen, soziale Organisationen und unsere zahlreichen Vereine bringen Menschen zusammen und schaffen Gemeinschaft. Die Gemeinde soll dafür auch weiterhin verlässlicher Partner sein.

Dazu gehören geeignete Räumlichkeiten und Sportstätten ebenso wie Unterstützung bei Veranstaltungen und eine Verwaltung, die versucht, pragmatische Lösungen zu ermöglichen. Mit der Sanierung des Oberdorfer Vereinshauses und perspektivisch der Gemeindehalle Reute investieren wir deshalb ganz bewusst auch in unser gesellschaftliches Leben.

Eine moderne und bürgernahe Verwaltung

Auch die Gemeindeverwaltung muss sich weiterentwickeln. Viele Dienstleistungen können zukünftig digital und einfacher angeboten werden. Gleichzeitig möchte ich nicht, dass Digitalisierung bedeutet, dass persönlicher Kontakt verschwindet.

Gerade in einer Gemeinde unserer Größe ist es eine Stärke, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Ansprechpartner kennen und mit ihren Anliegen ins Rathaus kommen können. Mein Ziel ist deshalb beides: mehr digitale Möglichkeiten und weiterhin eine persönlich erreichbare Verwaltung.

Solide Finanzen als Grundlage

Alle diese Ziele stehen unter einem wichtigen Vorbehalt: Wir können dauerhaft nur das umsetzen, was wir auch finanzieren können. Die kommenden Jahre werden für Städte und Gemeinden finanziell nicht einfacher, steigende Sozialausgaben, Personal- und Energiekosten sowie immer neue gesetzliche Aufgaben belasten die kommunalen Haushalte.

Deshalb möchte ich auch weiterhin klare Prioritäten setzen, Förderprogramme konsequent nutzen und Investitionen über mehrere Jahre vorausschauend planen. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist gleichzeitig finanzierbar. Für mich bedeutet verantwortungsvolle Kommunalpolitik deshalb, notwendige Investitionen nicht aufzuschieben, aber gleichzeitig kommenden Generationen finanzielle Handlungsspielräume zu erhalten.

Gemeinsam weiter

Gemeinsam weiter

Meine Ziele für die kommenden acht Jahre sind kein starres Programm. Neue Herausforderungen werden entstehen und Rahmenbedingungen werden sich verändern, eine Gemeinde muss darauf reagieren können.

Die Richtung ist für mich aber klar: gute Bedingungen für Kinder und Familien, moderne Feuerwehr und Infrastruktur, starke Vereine, eine nachhaltige Entwicklung von Mittelbiberach und Reute, Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und solide Gemeindefinanzen.

In den vergangenen acht Jahren haben wir gemeinsam viel auf den Weg gebracht. Diese Erfahrung möchte ich nutzen, um die begonnenen Projekte erfolgreich abzuschließen und gleichzeitig neue Aufgaben anzupacken, damit Mittelbiberach und Reute auch in Zukunft Orte bleiben, in denen man gerne lebt, arbeitet, seine Kinder großzieht und älter werden kann.